
Schlehe
Schlehen sind die geheimnisvollen Beeren des Schwarzdorns, jenes dornigen Strauchs, der an Waldrändern, Feldwegen und Hängen wächst und im Frühling als erster mit einer weißen Blütenpracht überzieht. Ihre Früchte aber zeigen sich erst spät, oft erst nach dem ersten Frost, wenn die kalte Luft die rohe Herbe in eine komplexe, fast weinige Süße verwandelt. Wer eine Schlehe direkt vom Strauch probiert, versteht sofort, warum sie früher als Wildmedizin galt. Adstringierend, herb, mit einer dunklen, fast mandelartigen Tiefe. Im Gin bringt die Schlehe genau diese ungezähmte Frucht. Sie ist kein süßes Botanical, sondern ein erwachsenes, eines mit Geschichte und Tiefe. Im Wolfgin verleiht die Schlehe dem Destillat eine warme, rötliche Tönung und einen herb-fruchtigen Unterton, der sich wunderbar mit Wacholder und Beerennoten verbindet. Sie ist die Stimme des Spätherbsts, jener Moment, in dem die Felder sich leeren und die Natur zur Ruhe kommt. Schlehe ist Charakter in Reinform.





















